Zweiter Tag (Alexandra Schedel)


11.06.2010

Vortrag „König Ludwig II. und Richard Wagner

von Rudi Kurz und Erich Adami

Der Abend wurde mit einer kurzen Rede von Hildegard Afsali eröffnet. Sie begrüßte vor allem den an diesem Abend anwesenden Bürgermeister von Füssen, Herrn Iacob.

Dieser hielt eine kurze Ansprache an alle Anwesenden und verriet, dass im nächsten Jahr zum 125. Todestag des Königs einige Veranstaltungen in Füssen geplant sind.

Für den Kunstgenuss des Abends sorgten Beate Schuber und Monika Steffel, die eine wundervolle Skulptur mitbrachten, welche man an diesem Abend auch käuflich erwerben konnte. Wieder dabei mit ihren Reliefs war die junge Künstlerin Beate Borgmann.

Der Vortrag des Abends wurde von Rudi Kurz und Erich Adami bereits einmal in der Festspielstadt Bayreuth gehalten. Leider fehlt in Bayreuth ein Denkmal von König Ludwig II. obwohl sie dem König alles zu verdanken haben. Was wäre Bayreuth ohne das Festspielhaus, das König Ludwig II. erst ermöglichte.

In der Uniform des Grafen von Dürckheim – Montmartin, der in der Zeit von 1883 bis 1886 der Flügeladjutant von König Ludwig II. war, trat Rudi Kurz an das Rednerpult. Während des gesamten  Vortrags wurde er durch ausgiebiges Bildmaterial von Erich Adami unterstützt.

Richard Wagner war jahrelang auf der Flucht vor seinen Gläubigern und der Polizei, bis ihm das Schicksal einen König schenkte, Ludwig II.

Als gerade fünfzehnjähriger besuchte Ludwig das erste Mal die Wagneroper Lohengrin. Er war begeistert, ja gerade zu euphorisch. Er lernte alle Schriften des Komponisten auswendig, besuchte ein paar Monate später die Wagner Oper Thannhäuser, und dann war es ganz und gar um den jungen Kronprinzen geschehen. Die Musik Wagners wirkte beinahe berauschend auf Ludwig. Schon in seiner Kinderzeit kam er auf Hohenschwangau mit den Geschichten um den Schwanenritter Lohengrin in Kontakt.

Dann trifft den jungen Kronprinzen ein hartes Schicksal, mit gerade achtzehn Jahren wird er nach dem plötzlichen Tod von Maximilian II., König von Bayern. Ludwig schritt würdevoll hinter dem Sarg seines verstorbenen Vaters und das Volk  war begeistert von ihrem jungen, schönen König.

Eines der ersten Ziele des jungen Monarchen war es, Richard Wagner zu suchen. Diese Suche blieb aber lange Zeit erfolglos. Da Wagner ständig auf der Flucht war.

Am Karfreitag weilte Wagner für einen Tag in München. Und als er den jungen Monarchen auf einem Foto im Schaufenster sah, war er von dessen Anblick fasziniert. In einem Brief schrieb er „Wäre er nicht König, den wolltest Du kennen lernen.“

Der Minister Pfistermeister bekommt den Auftrag Wagner nach München zu holen. Als er ihn endlich fand, konnte er den Komponisten überreden mit ihm nach München zu reisen.

Endlich kommt es zur ersten Begegnung zwischen dem König und Richard Wagner. Was genau in dieser Zeit gesprochen wurde ist nicht festgehalten. Jedoch waren beide gleichermaßen voneinander angetan.

König Ludwig II. hilft dem Komponisten mit umgerechnet 50.000 Euro, um seine Schulden zu begleichen. Zu seinem 51. Geburtstag ist Richard Wagner schuldenfrei.

Am 14.05.1865 bezieht Richard Wagner eine für ihn bereit gestellte Villa in Kempfenhausen am Starnberger See.

Wagner äußerte sich gegenüber Pfistermeister „Ich gehöre Ludwig, alles für den König.“

Ludwig II. weilte in dieser Zeit gerade in Bad Kissingen, wo sich  auch das österreichische Kaiserpaar und das russische Zarenpaar aufhielten.

Das Richard Wagner mit der Frau seines Dirigenten, Cosima von Bülow eine Liebesbeziehung hat, darüber lassen sie Beide den König im Dunkeln.

Am 16.08.1865 wird Richard Wagner bayerischer Staatsbürger. Ludwig II. ist von der Entscheidung des Komponisten begeistert.

Zu des Königs 19. Geburtstag wollte Richard Wagner einen Huldigungsmarsch in Hohenschwangau für spielen lassen. Dies wurde aber von der Königin Mutter, Marie, verhindert.

Er wurde jedoch einige Zeit später, mit einem achtzigköpfigen Orchester vor der Residenz in München gespielt. König Ludwig stand die ganze Zeit ergriffen am Fenster und selbst das Münchener Volk war von der Aufführung. angetan.

Am 7. Oktober beginnt Wagner die Nibelungen zu vollenden, Ludwig gibt dafür 30.000 Gulden, und erkauft sich damit die Rechte an den Kompositionen von Wagner. Dass dieser die Rechte bereits zweimal verkauft hatte, verrät er dem  König nicht.

Ständig fragt der junge König nach den Fortschritten. Ludwig II. vergötterte Wagner, sie schrieben sich überschwängliche Briefe.

Ludwig II. sieht sich den Fliegenden Holländer in München an. Er war begeistert.

Die ersten Gedanken zu einem Festspielhaus auf den Isarhöhen in München entstehen.  Das Münchener Volk ist entsetzt. Sie befürchteten weitere Ausgaben für den Komponisten. Die Kritik in den Zeitungen zu der Oper „Der fliegende Holländer“ ist sehr schlecht.

Zwei Tage nach der Aufführung lässt Ludwig II. für Richard Wagner ein Jahresgehalt von 5.000 Gulden festlegen.

Der mit Wagner befreundete Architekt, Gottfried Semper, wurde beauftragt Pläne für ein Festspielhaus in München zu entwerfen.

Cosima von Bülow war bereits im sechsten Monat schwanger, keiner ahnte damals, dass das Kind nicht von ihrem Mann Hans von Bülow, sondern von Richard Wagner war.

Die Zeitungen hetzen immer mehr und heftiger gegen Wagner. Er wurde gar schon mit der spanischen Tänzerin Lola Montez verglichen, die Ludwig I. im Jahre 1848 die Krone kostete.

Wagner wird als Revolutionär beschimpft, der nun doch zur Königsliebe zurück fand.

Der Komponist wollte daraufhin eine Audienz beim König, er wurde aber von dem gegen ihn gestimmten Ministern nicht zu Ludwig II. vorgelassen.

Die Königin Mutter, Marie, gehörte zu den größten Gegnern von Wagner.

Am 9. März 1866 stellte Wagner an König Ludwig die Vertrauensfrage. Ludwig antworte wie immer überschwänglich und bat den Komponisten Ruhe zu bewahren.

„Tristan und Isolde“ kommt zur Aufführung. Hans von Bülow soll dirigieren. Der betrogene Ehemann ist böse und sagt „Was soll’s,  ob ein paar Schweinehunde mehr Platz haben.“ Ludwig II. schreibt ihm einen Brief und fordert ihn auf, sich zu mäßigen.

Am 10. Juni 1966 kam es zur Uraufführung von Tristan und Isolde in München. Ludwig und Malvine Schnorr waren die beiden Hauptdarsteller, dessen Stimmen der König sehr verehrte.

Ludwig II. war begeistert, gerade zu euphorisch. Er fiel in höchste Verzückung.  Anders als erwartet wurde selbst vom Volk die Aufführung befürwortet und als neue Art Musik betitelt. Es folgten weitere Vorstellungen.

Während seine Oper erfolgreich gespielt wurde, nahmen die Gerüchte um Richard Wagner immer weitere Dimensionen an.

Erste Gerüchte, dass Cosima die Geliebte von Wagner ist treten auf. Der König verbürgt sich dafür, dass daran nichts wahr ist. Er erhöht das Jahresgehalt Wagners auf 6.200 Gulden.

Zum Geburtstag des Königs schenkte ihm Wagner die Partitur zu Rheingold. Am Alpsee in Hohenschwangau wird im Fackelschein Lohengrin gespielt,  mit Paul von Thurn und Taxis in der Hauptrolle. Eine weitere Freundschaft entsteht zwischen dem König und von Thurn und Taxis. Ludwig lobt ihn in den höchsten Tönen und ist von dessen Stimme und schauspielerischem Talent begeistert.

Auf der Gaststeighöhe in München entsteht die  Planung für das Festspielhaus. Jedoch wird dies aus finanziellen Gründen nie realisiert. Das Opernhaus für Richard Wagner  in München bleibt ein Traum des Königs und des Komponisten.

Für Wagner war Geld sehr wichtig und er bat den König um weitere 40.000 Gulden. Diese wurden von der Bank  an Cosima in einzelnen Münzen ausbezahlt.  Sodass sie mit einem Pferdewagen voll Geldsäcken  zur Belustigung der Bevölkerung durch München fahren musste. Welch eine Schmach für den Komponisten und dessen Geliebte.

Verfasserin: Alexandra Schedel

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