Richard Wagner

König Ludwig II. und Richard Wagner sind untrennbar miteinander verbunden; Ludwigs Denken und Handeln, damit auch seine Bauten (wie die Hundinghütte oder Neuschwanstein) sind ohne Wagner undenkbar.

Mit dem heutigen 199. Geburtstag des großen Komponisten und Philosophen Richard Wagner möchten wir Informationen, die ihn und insbesondere natürlich die Beziehung zu Ludwig Wittelsbach betreffen, künftig mit hier veröffentlichen.

Den Start macht eine Reihe, die erst kürzlich vollständig erschienen ist:

Der Diplom-Psychologe Bernd Oberhoff arbeitet u. a. als Privat-Dozent an der Universität Kassel und hat bereits zahlreiche Schriften zu Opern veröffentlicht (darunter Mozart und Gluck). Dabei handelt es sich nicht nur um „einfache“ Opernführer, sondern um psychoanalytische Untersuchungen.

So lag es für ihn nahe, sich auch Richard Wagners Operntrilogie (mit einem Vorabend) vorzunehmen:

Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried und schließlich die Götterdämmerung

Richard Wagners vierteiliges Musikdrama Der Ring des Nibelungen führt den Zuschauer in eine archaische Zeit zurück, die vor aller bewusster Erfahrung liegt. In vier psychoanalytischen Opernführern folgt Bernd Oberhoff Wagner in die Klüfte und Untiefen dieser archaischen Welt und kommt zu der überraschenden Entdeckung, dass der Opernbesucher zum Zuschauer einer „Heldenreise des frühen Ichs“ wird.Richard Wagners vierteiliges Musikdrama Der Ring des Nibelungen führt den Zuschauer in eine archaische Zeit zurück, die vor aller bewusster Erfahrung liegt. In vier psychoanalytischen Opernführern folgt Bernd Oberhoff Wagner in die Klüfte und Untiefen dieser archaischen Welt und kommt zu der überraschenden Entdeckung, dass der Opernbesucher zum Zuschauer einer „Heldenreise des frühen Ichs“ wird.
Das Rheingold bildet den Auftakt des von Richard Wagner auf drei Tage und einen Vorabend angelegten Bühnenfestspiels. In der Walküre setzt sich die im Rheingold gestartete Heldenreise fort. Im Frühjahr 2012 vervollständigen die Opernführer zu Siegfried und zur Götterdämmerung die psychoanalytische Auseinandersetzung mit Wagners Ring.
[Kurzbeschreibung]

Jedes Buch kostet 12 Euro und damit sehr erschwinglich. Der Leser erfährt alles über die Charaktere und die Handlung aus psychoanalytischer Sicht. Dies erspart natürlich nicht das Lesen anderer herkömmlicher Opernbegleiter, gibt aber zahlreiche tiefergehende (sic!) Informationen, die für das Gesamtverständnis unabdingbar sind.

Der Autor: „Wagners mythisches Bühnenfestspiel Der Ring des Nibelungen wird vom Autor als ‚Heldenreise des frühen Ichs‘ verstanden, wobei dieses Ich nicht nur von einer Person dargestellt wird. Es gibt insgesamt vier durchgängige Ich-Protagonisten, das sind Wotan, Siegmund, Brünhilde und Siegfried. (…) Ein besonderes Kennzeichen dieses Familiengeflechts sind unsicher oder fehlende Selbstgrenzen. So fehlen sichere Unterscheidungen, z. B. zwischen Familienmitgliedern einerseits und Sexualpartnern andererseits. (…) Wagner betätigt sich hier als ein scharfsinniger Gedankenleser. (…) Kleinste musikalische Klanggestalten verwendet er wie eine Begriffssprache, und zwar eine Begriffssprache, die eigentlich nur er selbst versteht, allenfalls noch ein exklusives Publikum, das sich zuvor mit dieser Privatsprache vertraut gemacht hat. (…) Diese Indienstnahme der Musik als eine Begriffssprache ist etwas absolutes Neues in der Musikgeschichte. Derartiges gibt es nur bei Wagner.“

Mit Sicherheit kann man auch Ludwig als exklusiven Kenner der Gedanken Wagners bezeichnen; um beide besser verstehen zu können, sollte man also zugreifen!

Interview mit Heinz Häfner

Der Nachrichten-Sender ntv veröffentlicht am 13.06.2011 ein Interview mit Prof. Dr. Heinz Häfner unter dem Titel: „‚Verschwenderisch, schwul, aber nicht verrückt“Ludwig II. erregt die Bayern-Seele“:

Der Historiker Franz Merta analysierte die Gesetzgebungen Ludwigs über die gesamte Regierungszeit hinweg. Er stellte fest, dass Inhalte und Formulierungen der Befehle nicht nur von vornherein als vernünftig und nachvollziehbar zu bewerten sind, sondern dass im Laufe der Zeit eine größere systematisch Ordnung zu erkennen ist. Dies ist ein Beweis dafür, dass Ludwig erfahrener wurde im Umgang mit Gesetzen. Zudem hat er die Musikakademie und Technische Universität München gegründet. Er galt selbst als Tüftler und Bastler, er förderte moderne Technologien und viele andere kulturelle Bereiche.

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Vortrag von Thomas Ott: traumatisierter Monarch?

Die Schongauer Nachrichten (Merkur) berichtet am 06.05.2011 von einem Vortrag, den der in Weilheim geborene Historiker Thomas Ott auf Einladung des Historischen Verein Schongau hielt:

Fundiert, verständlich, nie überfrachtet, klar strukturiert und voller Sympathie für sein Thema gestaltete Ott sein reich bebildertes Referat. Wenn Geschichtsunterricht doch immer so hochkarätig und spannend wäre, wird sich wohl manch einer der zahlreichen Besucher gedacht haben. (…)

Im Bildgedächtnis der Öffentlichkeit bleibt Ludwig „für immer jung – krank, verlassen, verzweifelt“. Die Gegenwelt, die sich Ludwig erschaffen hat, führt laut Ott zur „Verkitschung Bayerns“. Ludwig II. werde so „posthum zum Repräsentanten eines unbescholtenen Deutschland“. Auch darüber lohnt es sich, einmal in Ruhe nachzudenken.

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Ludwig-Freunde: weiterer Vortrag

Als wirklich flexibel erweist sich das Team in den Vorbereitungen für das diesjährige Treffen der „König-Ludwig-Freunde“ in Füssen. Hildegard Afsali berichtet nun, dass es einen weiteren Vortrag im Programm für 2010 gibt:

Ludwig Kirzinger (seines Zeichens Arzt und Psychotherapeut) den ja fast alle kennen, hat sich kurzer Hand bereit erklärt einzuspringen.
Herr Kirzinger verfügt meines Wissens über ein fundiertes Fachwissen was unseren König Ludwig betrifft, insbesondere aber, was den psychischen Zustand Ludwigs betraf. Herr Kirzinger hat sich mit den verschiedenen Meinungen renommierter Persönlichkeiten auseinander gesetzt, und wird sie uns im einzelnen noch einmal nahe bringen, und uns dann seine Version darbieten.

Gleichzeitig ruft sie dazu auf, weitere Themen und/oder Referenten zu benennen.

Mehr zu den König-Ludwig-Freunden…

Bayernkönig mit Allüren

Das „Fachportal für Ärzte: Springer-Medizin“ berichtet über mögliche Psychosen Ludwig II.:

War der Märchenkönig wirklich psychotisch? Oder war die psychiatrisch sanktionierte Entmündigung Ludwigs II. von Bayern nur ein Puzzlestück in einem perfiden Staatsstreich gegen den genialischen Bauherrn von Schloss Neuschwanstein? Die Forschung ist sich nicht ganz einig. Das Hauptproblem: Die Diagnose wurde schon damals auf Distanz gestellt.

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Heinz Häfner: Ein psychiatrisches Gutachten zur Entmachtung eines Königs

Fortbildungsseminar für Ärzte, Psychotherapeuten und Angehörige verwandter Berufe.
„Ein psychiatrisches Gutachten zur Entmachtung eines Königs – Ludwig II. von Bayern“
Referent: Prof. Dr. Dr. Dres. h. c. Heinz Häfner, Mannheim
16.12.2009, 16.15 – 18.00 Uhr, im Hörsaal 1 des ZI

Rezension: „Ein König wird beseitigt“

„Ein König wird beseitigt“.
Als einer der renommiertesten Psychiater widmet sich Prof. Dr. Heinz Häfner dem „Märchenkönig“ von einer neuen Perspektive aus.
Häfner hatte Zugang zu sonst verschlossenen Quellen und führt aus, welche Rolle die damalige Psychiatrie als „brauchbares Hilfsmittel“ zur Absetzung eines Herrschers spielte.

„Ein König wird beseitigt“.
Als einer der renommiertesten Psychiater widmet sich Prof. Dr. Heinz Häfner dem „Märchenkönig“ von einer neuen Perspektive aus.
Häfner hatte Zugang zu sonst verschlossenen Quellen und führt aus, welche Rolle die damalige Psychiatrie als „brauchbares Hilfsmittel“ zur Absetzung eines Herrschers spielte.

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